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Experte

Jörg Eisenhuth

Diplom-Psychologe, Psychotherapeut, Werner-Wicker-Klinik, Bad Wildungen
Experte für: 08 Psychologie


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Frage 19:

Datum: 10.04.2010
Ich leide schon seit langer Zeit unter einer Behinderung und haben große Schwierigkeiten, einen konkreten Sinn in meinem Leben und Tun zu sehen. Können Sie mir einen Tipp geben, was ich gegen das ständige Gefühl der Motivationslosigkeit tun kann?

Antwort:

Ihnen fehlt der konkrete Sinn und die Motivation im Leben.
Ich vermute, das liegt daran, dass Sie nicht wissen, wie Sie mit dem gesamten Stress, der Ihnen ihre Ataxie macht, umgehen können. Eine solch schwere Erkrankung ist eine Riesenherausforderung. Da kann es helfen, dass man die große Herausforderung(Ataxie) in kleinere, vielleicht besser handhabbare, Probleme auseinandernimmt. Was genau macht ihren Stress im einzelnen aus? Hilflosigkeit? Abhängigkeit von anderen Menschen? Körperliche Unsicherheit? Isolation? Können Sie noch andere Menschen um Unterstützung bitten? Wenn es Ihnen möglich ist, einzelne konkrete Stressauslöser zu isolieren, können Sie schauen, inwieweit sie lösbar sind.
Sich Unterstützung bei Freunden/Familie zu suchen, kann sehr hilfreich sein aber auch eine professionelle Unterstützung durch einen Psychotherapeuten kann helfen. Sprechen Sie mit ihrem Hausarzt/Freunden/Familie, wie sie eine Psychotherapie machen können. Sie können auch selbst aktiv werden, indem Sie sich einen Psychotherapeuten in ihrer Näche in den gelben Seiten suchen. Fragen Sie ihre Krankenkasse, ob es in ihrer Nähe eine Ataxie-Selbsthilfegruppe gibt. Unterstützung und Austausch durch andere Betroffene und Experten kann sehr hilfreich sein.



Frage 18:

Datum: 18.02.2008
Ich bin fast 19 Jahre alt und bin zurzeit arbeitslos und genau das ist mein Problem. Mit Anfang meiner Schullaufbahn fing alles an, ich hatte nach einigen Monaten schon ein tierisch unwohles Gefühl in mir, ich wollte da einfach nicht mehr hin. So hatte ich kein Problem, mit den Lehrern und den Schülern war alles super, auch schulisch war ich immer eine der Besten. Nur auf einmal hatte ich Herzrasen, Schweißausbrüche und Angstgefühle. Wenn ich wusste, dass ich wieder in die Schule muss, hatte ich kurz vorher richtige Panikattacken. Das zog sich dann alles bis zur 10. Klasse hin, die ich dadurch sogar abgebrochen hatte.

Mit Beginn des darauf folgenden Vorbereitungsjahres war auch alles wunderbar. Ich dachte jetzt hat sich das gelegt, aber Pustekuchen, nach ca. 3 Monaten brach ich diese Geschichte auch ohne äußerliche Gründe ab.

Dann war ich eine Weile arbeitslos. Fühlte mich richtig gut, die Angst- und Panikstörungen waren wie weggeblasen. Aber ich muss ja dann doch mal irgendwas machen, also suchte ich mir im Callcenter einen Minijob. Das telefonieren machte mir auch voll Spaß, obwohl man den Leuten anmerkte, dass sie total davon genervt sind. Eine gute Freundin war da sogar fast meine Chefin, mit dem Team kam ich auch besonders gut klar. Alles war wirklich toll. Und dann waren diese Störungen in mir wieder da, ich hatte versucht dagegen anzukämpfen, nur das wurde nichts. Somit bin ich jetzt wieder arbeitslos.

Mir gehts jetzt auch voll gut, aber irgendwann muss ich ja mal eine Ausbildung oder so machen, habe aber Angst es wieder abzubrechen.

Nun noch kurz zu meiner Persönlichkeit, ich bin sehr freundlich, lustig, schlau, normalerweise selbstbewusst und wenn ich nicht gerade durch diese Geschichte Depressionen bekomme, fleißig. Also es liegt bei mir auch nicht an Faulheit.

Nun das war es soweit, würde mich freuen wenn sie mir antworten würden, ob das wirklich eine psychologische Krankheit ist und ob man mich dadurch sogar arbeitsunfähig erklären könnte.

Antwort:

Was Sie schildern, ist aus meiner Sicht eine Angst-/Panikstörung, die Sie behandeln lassen sollten. Die Beschwerden, die Sie schildern, sprechen eindeutig dafür. Wo so etwas herkommt, kann man schwer sagen. Es scheint ja immer dann aufzutreten, wenn Sie unter Leistungsdruck geraten. Aber um das genauer zu analysieren, müsste man mehr darüber wissen. Was Sie zurzeit machen, ist charakteristisch für solche Angststörungen, Sie gehen der Angst aus dem Weg. Das Problem dabei ist: Wenn man vor einer Angst wegläuft, verfolgt sie einen und wird immer größer. Daher würde ich Ihnen zu einer psychologischen Behandlung raten. Im Telefonbuch finden Sie ansässige Psychologische Psychotherapeuten. Es gibt auch Selbsthilfebücher, die weiterhelfen können.

Doris Wolf Ängste verstehen und überwinden

Oder Internetseiten: Externer Linkwww.palverlag.de/Angst.html

Arbeitsunfähig können Sie dadurch nicht geschrieben werden, weil Angststörungen gut zu behandeln sind.




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